Home Startseite Unternehmungen 28.04.-02.05.2017 - Sachsen-Anhalt und Thüringen

28.04.-02.05.2017 - Sachsen-Anhalt und Thüringen

Freitag 28.04.

Göltzschtalbrücke                                                             Dresden - Zwinger

 

In aller Frühe startete der Bus von MüllerReisen und "pickte" die Reiseteilnehmer in den verschiedenen Stadtteilen auf. Auf dem Weg nach Dresden erlaubte es die Zeit, einen kleinen Abstecher zur größten Ziegelsteinbrücke der Welt, die Göltzschtalbrücke im Vogtland, zu machen. In Dresden erwartete uns dann die Stadtführerin, die uns mit großer Begeisterung die Schätze ihrer Heimatstadt präsentierte, zunächst auf einer Busrundfahrt zu den Perlen am Stadtrand. Sehr wertvoll waren ihre Hinweise auf versteckte Kunstwerke in Dresdens zahlreichen Parks, die wir sonst nicht entdeckt hätten. Und zu Fuß dann zu den vielen Highlights der Innenstadt, allen voran der Frauenkirche, die wir auch von innen bestaunen konnten. Letzte Station an diesem Tag war unser Hotel in Riesa, das uns eine sehr gute Herberge für die nächsten zwei Tage war. (Erika W.)

 

 

Dresden - Frauenkirche




Samstag 29.04.

Nach einem guten und ergiebigen Frühstück brachte uns der Bus von Riesa nach Oschatz, der Partnerstadt von Filderstadt, die sich auch „Stadt im Herzen von Sachsen“ nennt. Am Altmarkt, direkt vor dem ehemaligen Gasthof „Löwen“, erwartete uns Herr Ulitsch, unser Stadtführer. Im Löwen hat seinerzeit Johann Wolfgang von Goethe schon übernachtet. Erst ging es zum interessanten Neuen Brunnen, danach über die Sporerstrasse zum Alten Brunnen auf dem relativ großen Neumarkt. Letzterer ist u.a. geprägt durch die Löwenapotheke, den Gasthof „Zum Schwan“, die „Alte Wache“ und durch das Rathaus. Dominierend ist die Kirche St. Aegidien mit ihren weithin sichtbaren Doppeltürmen.

 

Gasthof „Zum Schwan“                                            Gasthof „Zum Schwan“ 25 Jahre später

Herr Ulitsch veranschaulichte anhand von großformatigen Fotos, in welch großem Umfang seit der Wende die Innenstadt saniert werden konnte.

Nachmittags führte der seit 25 Jahren mit uns befreundete Oschatzer NaturFreund und Hobbyarchäologe Wolfgang Niemann uns in den Wermsdorfer Wald. Hauptziel war der große Kirchenteich, an dessen Ufern frühe slawische Siedlungen nachgewiesen werden konnten. Beeindruckend für alle waren die erst vor wenigen Jahren freigelegten Fundamente einer romanischen Kirche, umgeben von mehreren Gräbern. Unterwegs schon fielen in Teichnähe einige von Bibern angenagte Bäume auf. An der relativ steilen Dammböschung konnte Wolfgang uns sogar eine aktive „Biberrutsche“ zeigen. Per Bus ging es anschließend wieder ins Hotel nach Riesa zurück. (Engelbert L.)


 

Sonntag 30.04.

Die Schönheit des Wörlitzer Parks erschließt sich nur dem Betrachter. Bemerkenswert sind aber auch technische Details. Im 1769 bis 1773 angelegten Park von 122 Hektar stehen mehr als 10.000 Bäume, ca. 1.700 Arten. Die ältesten sind über 200 Jahre alt. Die der Planung zugrunde liegende Idee wurde im Verlauf der Jahre vernachlässigt: Es waren weit über 100 Sichtachsen geplant, die sich beim Spazieren auf den gewundenen Wegen öffneten. Blicke auf die vielen Bauten, zu denen Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau auf seinen Auslandsreisen inspiriert wurde. Sie waren zugewachsen.


Um sie wieder herzustellen, muss gerodet und geschnitten werden. Da stoßen die Denkmalschützer bei Naturschützern auf Unverständnis. Aber hier hat das Zeugnis „Welterbe“ den Vorrang. Es wird angestrebt, sich der ursprünglichen Planung zu nähern. Wegen des hohen Genehmigungsaufwandes muss auch die Zeit mitarbeiten: Es wird abgewartet, bis falsche Baumreihen sterben. Grenzen sind auch gesetzt, weil es die seinerzeit vorgesehenen Pflanzen nicht mehr gibt oder der Klimawandel nicht mehr die nötigen Standortbedingungen bietet. Dann werden Pflanzen mit ähnlichem Charakter verwendet. Wer nach einer Führung diesen Hintergrund kennt, muss noch viele Male durch den Park wandeln, um in das Gesamtwerk zu finden.

 

 

Der Besuch der Lutherstadt Wittenberg beschränkte sich auf eine Stadtführung von ca. 1 km Länge auf der mittleren Straßenachse. An ihr liegen die Stätten des UNESCO-Welterbes, die Stadtkirche St. Marien, die Schlosskirche, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus. In Wittenberg entwickelte sich eine Gedenkkultur der Reformationszeit: Das Lutherdenkmal auf dem Marktkplatz, die neu gepflanzte Luthereiche, die bronzene Thesentür an der Schlosskirche, das Melanchthondenkmal stehen unter diesem Zeichen. Die Stadt rüstete sich noch für das Festwochenende am 27. und 28. Mai, um das Jubiläum der 500 Jahre Reformation zu feiern. Viele der Gebäude wurden deshalb renoviert. Aber viele baufällige und leer stehende Häuser und nicht genutzte Läden lassen wirtschaftliche Schwächen erkennen. Doch die geschichtsträchtige Atmosphäre nahm uns gefangen und ließ uns das übersehen. Es war eine Perle auf der Kette der Erlebnisse unserer Reise. (Sieghard P.)

 

 


Montag 01.05.

Auf dem Reiseprogramm stand die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt,  Magdeburg, in der wir für die letzten zwei Reisetage in einem sehr gemütlichen Hotel untergebracht waren. Im Rahmen einer Stadtbegehung besichtigten wir den Dom und Magdeburgs ältestes erhaltenes Bauwerk, die Klosteranlage Unser Lieben Frauen, die heute als Kunstmuseum genutzt wird und beliebtes Touristenziel ist. Sehr intensiv betrachteten wir den Hundertwasser-Gebäudekomplex "Die Grüne Zitadelle von Magdeburg" - einen eindrucksvollen Bau, der bei den Betrachtern viele Fragen aufwarf und eine rege Diskussion auslöste.

Der Besuch der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, dem früheren Grenzübergang zwischen der BRD und der DDR, hat bei vielen Teilnehmern Erinnerungen an die  Fahrten nach Berlin vor der Wende wachwerden lassen. Bedrückend zu sehen, wie die DDR-Grenze gesichert und wie ausgefeilt die Kontrollen waren, um eine Flucht in den Westen zu verhindern. Im Dorf Hötensleben sind noch Mauerreste der dreifachen Grenzbefestigung zu sehen. Für viele unserer Reiseteilnehmer, selbst der älteren Generation, waren diese beiden Orte die ersten Begegnungen mit der früheren innerdeutschen Grenze. (Günter W.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dienstag 02.05.

Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen von Magdeburg. Auch der Himmel bedauerte dies: Es regnete. Ein Highlight stand heute noch auf dem Programm: Die Wartburg in Eisenach, eine Burg mit geschichtlicher Bedeutung und poetischer Weihe und seit 1999 UNESCO Welterbe. Beispielhaft seien erwähnt: der sagenhafte Sängerkrieg von 1206 (bekannt durch Sänger wie Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide sowie Richard Wagners Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“.), von 1211 - 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen in der Burg, 1521-22 übersetzte Martin Luther hier das Neue Testament von der griechischen in die deutsche Sprache. Nach dem geführten Rundgang gab es noch ein nicht vorgesehenes Ereignis: eine Einkehr in einer Pizzeria. Danach saßen alle wieder gestärkt im Bus, der uns gut zurück nach Filderstadt brachte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Großen Dank an Erika und Günter für die sehr gut geplanten Tage in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. (Eberhard D.)



 

 

 

 
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