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29.09. – 04.10.2019 - Jahresausfahrt nach Prag

1. Tag – Sonntag, 29.09. Anreise

Unsere Busreise nach Prag, die von Marcella und Wolfgang organisiert und mit der Firma Müller Reisen durchgeführt wurde, begann am frühen Sonntagmorgen um 06:00 Uhr. Schon zum Mittagessen erreichten wir Pilsen und bekamen in einem zünftigen Brauhaus gleich einen Vorgeschmack auf die tschechische Küche: Böhmische Knödel fehlten auf keiner Speisekarte und begleiteten uns fortan zu – fast - jeder Mahlzeit.


Gegen 16:30 Uhr kamen wir in unserem Hotel „Artemis“ in Prag an, einem 10-stöckigen Glasbau mit schönen Zimmern und einer Sicht bis zur Prager Burg und sehr günstig gelegen zu Metro und Straßenbahn. Den Abend beschloss ein reichhaltiges Buffet im Hotel. Ein fantastischer Sonnenuntergang lockte einige lieber ins Stadtzentrum und an die Moldau.

2. Tag – Montag, 30.09.

Nach dem Frühstück erwartete uns unsere Stadtführerin. Gemeinsam fuhren wir mit der Metro zum Platz der Republik und starteten von hier aus unsere Entdeckungstour durch die Prager Altstadt und Neustadt bis zur Kleinseite. Eines der Highlights gleich am Anfang war das prächtige Gemeindehaus im Jugendstil, dessen Räumlichkeiten von Malern und Bildhauern mit unvergleichlich handwerklichen Fertigkeiten ausgeschmückt worden sind. Unser Weg führte uns am Altstädter Rathaus vorbei mit seiner astronomischen Aposteluhr, auf der zu jeder vollen Stunde zwölf Apostel erscheinen und deshalb Touristen in großen Trauben davorstehen. Die Führung endete an der Karlsbrücke mit einem besonders schönen Blick auf die Moldau und die Prager Burg. Und das alles bei Bilderbuchwetter, das der zuweilen heftige Wind nicht trüben konnte.


Für den freien Nachmittag hatten unsere Reiseleiter Marcella und Wolfgang eine Reihe von Vorschlägen parat, die gerne aufgegriffen wurden. Ein Teil fuhr mit der Seilbahn auf den Petrin-Hügel mit Aussichtsturm und wanderte durch den Park hinunter in die Stadt. Manche nutzten die Straßenbahnlinie 22 zu einer Quer-durch-die-Stadt-Fahrt. Am Abend kehrten wir im U Fleku ein. Das im Jahr 1499 gegründete Prager Brauhaus in der Neustadt mit wunderschöner Wandmalerei und Holzvertäfelung ist bekannt für sein dunkles Bier, das offensichtlich auch von vielen japanischen und chinesischen Gästen sehr geschätzt wird.


 

3. Tag - Dienstag, 01.10.

Der Bus fuhr uns am Morgen 70 km nach Kutná Hora (Kuttenberg) östlich von Prag. Die Stadt wurde im 12. Jh. als Bergmannssiedlung gegründet. Sie entwickelte sich zu einer der wohlhabendsten und damals zweitgrößten Stadt Böhmens durch den Silberbergbau und durch die Prägung der Prager Groschen. Als Mitte des 16. Jh. nach dem Abbau von 2.500 Tonnen der Silberbergbau zurückging, wurde die Münzprägung eingestellt und die Stadt verlor ihre Bedeutung.


Heute gehört die Altstadt von Kuttenberg zum UNESCO-Weltkulturerbe. In den Straßen und Gassen schwebt ein Hauch der Geschichte, weil es in den letzten Kriegen keine Schäden gab. Dem gotischen Dom der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, nähern wir uns entlang einer langen Reihe von Heiligen-Statuen. Auffallend sind die wie Zelte geschwungenen Dächer des Domes und die gotischen Strebebögen. Im Dom sind prächtige Altäre und gut erhaltene mittelalterlichen Fresken und Gestühle.

Der Welsche Hof aus dem 13 Jh. war zunächst Festung als Lager für das Silbererz, dann eine Münze und Königsresidenz .Wir besichtigten die Audienzhalle, die im Jugendstil ausgestaltete gotische Kapelle mit einem Palmengewölbe und die Münzenausstellung. Der Prägevorgang wurde uns anschaulich vorgeführt.

Stadtbrände im 18. Und 19. Jh. veränderten das Stadtbild. Ende des 19. Jh. kam es zu ersten denkmalschützerischen Bestrebungen. 1995 wurde es in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen.

Am Abend fuhren wir mit unserem Bus an die Moldau. Ein Schiff, das nur Platz für uns bot, legte nach einigem Warten an. Zu einem guten Büfett (mal ohne Knödel) spielte ein Akkordeonspieler böhmische Weisen. Beeindruckend war der Aufenthalt auf dem Oberdeck, wo sich uns, bei der Fahrt flussaufwärts, die angestrahlten Bauten des Hradschin und der Stadt boten. Es war ein ausgefüllter und erlebnisreicher Tag.

4. Tag – Mittwoch, 02.10.

Diesen Tag hatten wir zur freien Verfügung. Marcella und Wolfgang führten eine Gruppe Interessierter zur Burg Vysehrad, die auf einem felsigen Vorsprung oberhalb der Moldau liegt und von einer großen Parkanlage umgeben ist, und zum Wenzelsplatz mit dem frisch renovierten Nationalmuseum.

Für andere war ein Bummel durch die  Gässchen der Altstadt mit originellen kleinen Läden  ein lohnendes Ziel. Wieder andere genossen es, stehen bleiben und Interessantes besichtigen zu können, ohne auf die Gruppe achten zu müssen. Der einsetzende Regen bremste leider weitere Unternehmungen.


Am Abend besuchten wir das Image Black Light Theater mit einer Auswahl von Schwarztheatertanzaufführungen, ein wahres Feuerwerk an kreativen Illussionen und Spielen mit dem Licht,  das wir hier zu sehen bekamen !

 

5. Tag – Donnerstag, 03.10.

Pünktlich um 09:00 Uhr startete unser Bus in Begleitung unserer Stadtführerin, um uns zur Prager Burg auf dem Hradschin zu bringen. Auf dieser Fahrt, die auch ein Stück weit an der Moldau entlang verlief, bekamen wir eindrucksvolle historische Paläste und Kirchen, aber auch interessante moderne Gebäude zu sehen.

Die Prager Burg, im 9. Jh. gegründet, wurde zum ständigen Sitz der tschechischen Herrscher und zuletzt auch des Staatspräsidenten. Das riesige Burgareal, mit ca. 45 ha das größte der Welt, wird beherrscht von Palästen, Amts- und Kirchengebäuden sowie Garten-anlagen, aber auch von malerischen Ecken wie z.B. dem „Goldenen Gässchen“.

Am Haupteingang angekommen, erwartete uns dort eine malerische Kulisse mit einer standhaften Burgwache. Innerhalb des Burggeländes hatte man von der Burgmauer aus einen tollen Blick über die Stadt. Unter anderem auch auf die Deutsche Botschaft, in der Genscher am 30.09.1989 den berühmten Satz zur Ausreise verkündete.

Aus der Vielzahl der Sehenswürdigkeiten konzentrierten wir uns vor allem auf die Besichtigung des St.-Veits-Doms, dem größten Kirchengebäude Tschechiens, und des Alten Königspalastes. Im Inneren des St.-Veits-Doms, einer prachtvollen gotischen Kathedrale, befindet sich die mit Halbedelsteinen wunderschön geschmückte Wenzelkapelle mit dem Grab des Hl. Wenzel, die Gruft der tschechischen Könige sowie die Schatzkammer.

Der Alte Königspalast ist vor allem durch den zweiten Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 bekannt, der zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges geführt hat.

Beim Verlassen des Burggeländes kamen wir auch durch das „Goldene Gässchen“, bestehend aus kleinen Häuschen, die in die gotische Befestigungsanlage eingebaut sind. Ab dem 16. Jh. wohnten hier Burgschützen und Handwerker. Im Haus Nr. 22 arbeitete Franz Kafka zwei Jahre lang.

Gegen 14 Uhr erreichten wir unseren Bus, der uns im Stadtzentrum absetzte. Die restliche Zeit bis zum Abend stand zur freien Verfügung.

Am Abend gingen wir gemeinsam ins U Pinkasu, einem typisch tschechischen Gasthaus ganz in der Nähe des Wenzelsplatzes. Hier zapft man bestes Pilsner Bier schon seit 1843. Mit Essen und Trinken und angeregter Unterhaltung ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.


 

6. Tag - Freitag, 04.10. Abreise

Frühstücken – Koffer einladen – Auschecken. Das übliche Prozedere am Ende einer Reise. Und Abschied nehmen von einer schönen Stadt, von der wir trotz zahlreicher Besichtigungen, Fahrten und Spaziergänge nur einen kleinen Teil gesehen haben. Ganz sicher ein guter Grund, nochmals dort einen Besuch zu machen.

Herzlichen Dank den beiden Planern, Organisatoren und Reiseführern Wolfgang und Marcella, die uns Marcellas Heimat nähergebracht und dazu beigetragen haben, unser Nachbarland besser kennenzulernen.

 

Es war eine wunderschöne Reise und ein sehr harmonisches und bereicherndes Gemeinschaftserlebnis.

 

Autoren: Erika W., Sieghard P., Eberhard D.

 


 

 
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