26.01.2025 "Ausstellung im Stadtpalais: Stuttgart – Stadt der Könige"

Für den Körper die Wanderung von Dergeloch durch den Wald in den Kessel, dann für den Geist die Auffrischung der Geschichtskenntnisse.

Auf dem Bopserweg, in der Nähe vom Fernsehturm, war zu erleben, wie Werden und Vergehen nah beieinander liegen. Farbenfrohes Leben auf Stümpfen gefallener Bäume und vermodernden Stämmen, mitten im Winter: Prächtige Baumpilze, die Buckeltramete, botanisch Trametes-gibbosa, Hingucker für die Wanderer.

   

Und eine Hinweistafel auf die ehemalige Freilichtbühne, deren verstrichene Existenz nur so in Erinnerung gehalten wird. Der ortsunkundige Passant würde nichts von ihr bemerken. Da in der Nähe des ehemaligen Theaters Friedrich Schiller wohl im Jahr 1778 seinen Kameraden von der Hohen Karlsschule einen Entwurf seiner "Räuber" vorlas, wurde das Freilichttheater mit diesem Stück eingeweiht. Ein Stein erinnert daran.

  

Im Stadtpalais wurden in einer Abfolge von Räumen Szenen aus der Geschichte Stuttgarts dargestellt: Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Novemberrevolution 1918, die Zeit des Aufstiegs der württembergischen Herrschaft von Herzögen über Kurfürsten bis hin zum König.

Ausgehend von originalen Zeichnungen, Stichen, Grafiken und Lithographien wurden mit Hilfe von KI historische Stadträume, Gebäude, Säle, Innenräume und Szenen als eine Art Filmkulisse geschaffen. Sie waren der Rahmen zu 25 Objekten aus dem Archiv des Museums, die selten oder noch nie gezeigt wurden. Eine fundierten Führung erläuterte die Entwicklung vom absolutistischen Staat zum Verfassungsstaat im Spannungsfeld zwischen den Herrschende und der Bürgerschaft.

Leider endete die Ausstellung am 02.02., zu spät, um sie noch zu empfehlen.

Der Ausklang des von Erika interessant gestalteten Ausflugs war die Einkehr in der Alten Kanzlei.

Auf dem Weg zum Charlottenplatz gab ein Naturfreund einen Anstoß, der breites Echo fand: Schaut euch Stuttgart an, als wäre es euer erster Besuch. Dann wird vieles des uns vermeintlich gut Bekannten, und deshalb mehr oder weniger übersehenen prächtigen Stadtbildes von Stuttgart uns wieder bewusst werden. (Sieghard P.)